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Apostelbereich Nürtingen

Jesus.Quelle.Läuft. Unter diesem Motto fand am Sonntag, den 15. Juli 2018, der regionale Jugendtag des Apostelbereichs Nürtingen statt.

Passend dazu trafen sich die rund 600 Teilnehmer bereits ab 8 Uhr am Neckarufer im Stadtteil Oberensingen. Auf der Fußgängerbrücke wurden die Frühaufsteher mit einem Frühstücksbuffet der Sonderklasse empfangen. Große Kastanienbaumblätter wurden ganz individuell mit guten Wünschen beschrieben und dem Wasser übergeben. Somit war eine ganz feierliche Atmosphäre an diesem besonderen Ort entstanden und obendrein eine emotionale Vorbereitung auf den Jugendgottesdienst.

Anschließend versammelten sich alle auf dem benachbarten Sportplatz und bekundeten auf andere Art ihr Hiersein.

 
 

Dann ging es in unsere Nürtinger Kirche, wo um 11 Uhr der große Festgottesdienst mit einer Einstimmung durch Beiträge der Bezirke und der Lesung von Johannes 4,1-26 begann.

Ein besonderer Moment zu Beginn des Gottesdienstes war das Eingangslied nach der bekannten Melodie "Das sei alle meine Tage", aber mit 10 ganz neuen Strophen, die - passend zum Motto - extra für diesen Jugendtag gedichtet worden waren.

Apostel Volker Kühnle legte dem Gottesdienst das Wort aus Johannes 4, 14 zugrunde: „… wer […] von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“

 

Mit der Anmerkung, die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen enthalte manche Impulse für unser Handeln im Leben wie im Glauben, ging er auf einzelne Passagen der Begegnung ein.

Achten auf menschliche Bedürfnisse
Jesus war vom langen Weg müde, hungrig und durstig. Er schickte die Jünger ins Dorf, um Essen zu holen. Er selbst rastete am Brunnen, den Jakob gegraben hatte. Allerdings hatte Jesus nichts, um das Wasser zu schöpfen. Eine Samariterin kam zum Brunnen, um Wasser zu holen.

Die Begebenheit macht deutlich, dass das Stillen irdischer Bedürfnisse zum Menschsein gehört. Achten wir auf die Signale unseres Körpers! Ungesunden Idealen zu folgen und sich beispielsweise auf ein vermeintliches Idealgewicht herunter zu hungern, ist ebenso schöpfungswidrig wie ungesteuertes In-den-Tag-hinein-leben oder ungesundes Streben nach Luxus.

Umgang mit dem Fremden
Mit dem Ansprechen der Samariterin brach Jesus Tradition und Sitte. Es schickte sich für einen frommen Juden nicht, eine fremde Frau anzusprechen – und eine Samariterin schon gar nicht!
Jesus hatte keine „Berührungsangst“! Im weiteren Gespräch wird deutlich, dass er die Frau nicht „ausnutzen“ will, sondern sich um ihr ewiges Heil kümmert.

Wie wenden wir uns Fremden zu? Viele Menschen sind ganz aufgeschlossen, wenn es um den Urlaub in „exotischen Ländern“ geht. Die Andersartigkeit reizt sie geradezu. Und selbst zu Hause erfreuen sich viele an fremdländischer Küche oder sind froh, dass „Ausländer“ die Müllbeseitigung erledigen … Wie aber begegne ich der fremden Person, die mir „nichts bringt“?

Gestern – Heute – Morgen
Die Begegnung zeigt, dass Jesus mitten im Leben steht, aber für die Zukunft lebt! Die gemeinsame Tradition von Juden und Samaritern verbindet beide – auch wenn durch unterschiedliche Entwicklungen Argwohn zwischen den Völkern entstanden ist.

Von Jesus auf ihre früheren Männerbeziehungen wie auch auf ihre gegenwärtige Situation angesprochen, ist  die Samariterin verwundert – befürchtet sie Kritik und Tadel vom Herrn? Doch dieser verurteilt sie nicht! Vielmehr lenkt er ihren Blick auf das Zukünftige und schafft dadurch Hoffnung und neue Perspektive!

Vergessen wir die Vergangenheit nicht! Wer vergisst, woher her kommt, weiß nicht, wer er ist und wozu er berufen ist. Gestalten wir unser Heute durch positives Denken und Wahrnehmen des Guten – und sorgen wir uns um unser ewiges Morgen!

Irdisches und ewiges Leben
Der Bericht macht deutlich, wie wichtig es ist, auch für das „Leben nach dem Leben“ zu sorgen. Dass Jugendliche mitunter andere Prioritäten setzen, ist wohl normal. Doch auch in jungen Jahren sollte Leben verantwortlich gestaltet werden – keiner will doch “Sozialparasit“ sein.

Christsein bedeutet immer auch, Verantwortung für die Schöpfung und eine friedliche Gesellschaft zu übernehmen. Aber auch stets  den „Himmel im Herzen und das Herz im Himmel haben!“

Vom Sehen und Hören zum Bekennen
Zunächst sah die Samariterin einen Fremden. Dann hörte sie Jesus zu – und war irritiert. Schließlich erkannte sie, dass es um ihr ewiges Heil ging, eilte ins Dorf zurück und wurde freudige Bekennerin des Herrn. Sie lud andere ein, zu ihm zu gehen! So wollen wir von Sehenden und Hörenden über Erkennende zu Bekennenden werden!
 
Bischof Jürgen Gründemann berichtete von seiner Heimat, wo zwei Flüsse zusammenfließen: die Iller mit klarem Wasser, weil sie einer Gebirgsquelle entspringt, und die Aitrach mit trübem Wasser, weil sie aus moorigem Gebiet kommt: Beim Zusammenfließen erkenne man die beiden Wasserfarben noch ganz genau, aber nach nur wenigen hundert Metern nicht mehr. Er appellierte an die Jugend, auf geistige „Zuflüsse“ zu achten und „trübe“ möglichst zu verhindern.
 
Priester Jonathan Haß aus dem Bezirk Reutlingen riet den Jugendlichen, nie zu vergessen, wer ihr himmlischer Vater sei, unabhängig davon, ob es gerade „läuft“ oder nicht.
 
Samuel Koch, der bei „Wetten, dass..?“ schwer verunglückte, wurde von Diakon Jan-Philip Heim sinngemäß zitiert: „Ich will in den Himmel, will mithelfen, dass das viele andere auch wollen, und ich möchte heute schon den Himmel auf Erden erleben!“.
 
Bischof Bernd Bornhäusser setzte den Schlusspunkt und verwies u.a. auf das Gänsegleichnis von Sören Kierkegaard. Dieses macht deutlich, dass wir als Christen uns nicht mit der „Wohlfühlzone“ zufrieden geben sollten, sondern uns unserer Fähigkeiten bewusst sein und diese nützen sollten.

Seinen Predigtbeitrag beendete er mit dem Hinweis aus Johannes 7,38: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“
 
Vor dem Schlussgebet erinnerte der Apostel mit ein paar Gedanken an Jugendliche, die bereits in die jenseitige Welt gezogen sind, sowie an Stammapostel Richard Fehr, der an diesem 15. Juli 79 Jahre alt geworden wäre.
 
Simon Züfle, der IJT-Botschafter, war auch angereist und motivierte die Jugendlichen, an diesem großartigen Event - dem Internationalen Jugendtag (IJT) 2019 in Düsseldorf - teilzunehmen.